Systeminformationen schön und übersichtlich dargestellt mit dem Programm conky

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Um sich die Systeminformationen des Rechners auf dem Desktop anzeigen zu lassen, kann man einige Tools verwenden. Das Programm conky läuft einem bei der Suche nach dem richtigen auch schnell über den Weg. Das Problem ist nur, dass es sich gar nicht so einfach konfigurieren lässt, wie man das vielleicht gerne hätte. Zum Glück gibt es einige nützliche Helfer, die richtig Freude bei der Konfiguration von conky bereiten.
Um das Programm zunächst einmal zu installieren, verwendet man zum Beispiel unter Ubuntu den Befehl sudo apt-get install conky.
Zum Starten des Programms gibt man dann einfach conky in der Konsole ein. Es erscheint nun ein schwarzer Kasten, in der oberen linken Bildschirmecke, der einige Systeminformationen anzeigt. Das ist zwar schon mal nicht schlecht, aber vielleicht will man die Anzeige ja lieber in der unteren rechten Ecke oder die Schrift sollte lieber grün sein?
Diese Anpassungen kann man ohne weiteres in der entsprechenden Config von conky vornehmen. Dazu kopiert man die default config aus /etc/conky/conky.conf in sein Homeverzeichnis und speichert das ganze dort unter .conkyrc. Das kann man zum Beispiel mit dem Befehl sudo cp /etc/conky/conky.conf ~/.conkyrc bewerkstelligen.
Nun kann man die Datei mit jedem Editor bearbeiten. Dazu sollte man wissen, dass diese in 2 Abschnitte eingeteilt ist. Der eine dient der Konfiguration des Aussehens von conky (erster Abschnitt) und der zweite Abschnitt, welcher mit dem Label TEXT versehen ist, definiert den Inhalt von Conky.
So definiert die Zeile ${color grey}Uptime:$color $uptime beispielsweise, dass die Zeit, seit der Anmeldung am System angezeigt wird. ${color grey} steht dabei für die Farbe, die zur Anzeige verwendet wird. Der Text Uptime: steht als Text in der Ausgabe. Die Variable $uptime zeigt nun die Ausgabe des Befehls uptime an.
Ich kann die Ausgabe also auch folgendermaßen abändern: ${color green}$color Ich bin seit $uptime angemeldet
Die Konfiguration der Farben ist etwas schwieriger. Die Farben, die durch die Variable $color definiert sind, haben die Farbe, wie sie in den Zeilen
default_color white
default_outline_color white
default_shade_color white
definiert sind. Das Bedeutet in dem Beispiel mit uptime, dass der Text Uptime: grau dargestellt wird, da die Zeile durch den Befehl ${color grey} eingeleitet wird. Eine solche Konfiguration stellt die Komplette Ausgabe der Zeile in der angegebenen Farbe dar.
Der Inhalt des Befehls uptime wird jedoch weiß dargestellt, da vor der Variable $uptime die Variable $color steht, welches den Rest der Zeile in den entsprechenden default Farben, wie sie in den ersten Zeilen der Config definiert sind, darstellt. Wenn ich also eine komplett grüne Anzeige möchte, muss ich sowohl die Zeilen default_color, default_outline_color und default_shade_color um den Wert green ergänzen als auch die einleitenden Zeilen auf ${color green} abändern.
Die Position von conky kann man durch eine Änderung in der ersten Zeile bewerkstelligen. Möchte man zum Beispiel, dass das Programm immer untern rechts angezeigt wird, ändert man die Zeile alignment top_left einfach in alignment bottom_right ab.
Diese einfachen Abänderungen sind nicht sonderlich schwer und lassen sich auch einfach anwenden. Ein richtig gut aussehendes conkytheme kann man allerdings nicht so einfach erstellen. Zwar kann man durch Ergänzen der Zeile own_window_transparent yes im oberen Abschnitt eine Transparenz erzeugen, jedoch sehen einige conkythemes aus dem Internet deutlich besser aus.
Um also nun ein wenig mehr aus der Anzeige von conky zu machen, installiert man sich das Tool conky-colors. Dazu lädt man sich zuerst Das zip-Archiv von Deviantart herunter und entpackt es. Danach wechselt man in den entpackten Ordner und fürt dort einfach make und anschließend den Befehl sudo make install aus. Damit hat man das Tool installiert.
Um aber alle Funktionen der von conky-colors generierten Themes zu verwenden, sollte man noch folgende Programme zusätzlich aus den Repositories installieren:

      aptitude

 

      python-statgrab

 

      python-keyring

 

      ttf-ubuntu-font-family

 

      hddtemp

 

      curl

 

      lm-sensors

 

      conky-all

 

Das Paket hddtemp ermöglicht es, die Festplattentemperatur anzeigen zu lassen. Bei der Installation erscheint, deshalb ein Fenster, dass wissen möchte, ob das Programm beim Systemstart mitgestartet werden soll, über welche Ports kommuniziert wird und welche Sensoren abgefragt werden sollen. Man bestätigt hier alle voreingetragenen Werte einfach mit ok. Zu diesem Button navigiert man mithilfe der Tabulatortaste.
Nachdem nun alle Vorbereitungen getroffen sind, kann man das Tool conky-colors verwenden.
Der Sinn dieses Tools ist es, die gewünschten Optionen zum Aussehen und dem Inhalt von Conky als Parameter zu übergeben. Das Programm erstellt einem passend dazu eine conkyrc Datei.
Eine Übersicht über alle Funktion bekommt man wie allgemein üblich per conky-colors --help. Grundsätzlich gilt, dass man sowohl ein Theme, als auch den Inhalt bei dem Aufruf übergeben sollte. Allerdings haben die meisten Themes schon einen vordefinierten Inhalt (meistens CPU, SWAP und Festplattenbelegung). Um zum Beispiel das Theme ambiance zu verwenden führt man folgendes aus: conky-colors --cairo --theme=ambiance.
Die Namen der Themes kann man der Hilfe von conky-colors entnehmen. Am Besten schaut man sich alle einmal an. Für jeden Aufruf gibt es außerdem noch das Parameter --lang=de, um die deutsche Sprache zu verwenden, allerdings funktioniert das (wie in diesem Beispiel) nicht immer.
Hat man die Parameter übergeben, dann erhält man eine Meldung, dass die Configs unter ~/.conkycolors gespeichert wurde. Der Befehl, um diese Config zu verwenden, steht auch in der Ausgabe. Man muss conky nur mit dem Parameter -c aufrufen und anschließend den Pfad zur Config angeben.
Anmerkung: Manchmal frägt conky-colors vor der Generierung der Config nach, ob es sich um eine Debian Distribution handelt, diese Frage beantwortet man natürlich mit y.
Der Inhalt von conky wird wie gesagt auch über die Parameter definiert. Hier gilt es zu erwähnen, dass man einige Funktionen bzw. Anzeigen nur verwenden kann, wenn man vorher den entsprechenden Modus aktiviert hat. Diese sind im Hilfemenü entsprechend gekennzeichnet. Bei den verschiedenen Modi handelt es sich um die Darstellungsweise der Inhalte, während die Themes nur die Farben und die Schrift anpassen. So stellt Beispielsweiße der Modus ring bzw. cairo seine Werte mit Ringen dar. Es reicht also nicht aus, einfach nur ein Theme als Parameter zu übergeben, sondern man sollte auch eine Darstellungsmethode wählen. werden. Will man zum Beispiel die Daten des aktuell gespielten Liedes von rythmbox angezeigt haben, muss man um das entsprechende Parameter --rythmbox= verwenden zu können zuerst den cairo– bzw. ring mode durch --cairo aktivieren.
Um den sogenannten slim mode zu verwenden, muss man außerdem die Bildschirmhöhe und -breite durch die Parameter --w= und --h= festlegen.

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