Unter Ubuntu Pakete richtig installieren

Flattr this!

Immer wieder erlebe ich, dass (vorallem Anfänger) einfach mal ahnungslos in die Runde fragen, was man den für ein Programm für eine bestimmte Aufgabe nutzen kann. Und dann schreit jeder aus seiner Ecke, was seiner Meinung nach das Beste sei und der Anwender ertrinkt in einer Flut aus Empfehlungen.


Das Problem

Nun könnte man denken, dass man ja einfach jedes empfohlene Programm testen könnte und sich dann entscheiden sollte, welches man nutzen möchte, aber das ist oft nicht das einzige Ausschlagskriterium:

Je nachdem, was man für eine GUI benutzt, ist es mehr oder weniger günstig, ein Programm zu installieren. Ein Beispiel:

Ich benutze Xubuntu, also Ubuntu mit der Gui Xfce. Jemand anderes nutzt Kubuntu. Das ist Ubuntu mit der Gui KDE. Nun empfiehlt mir der KDE Nutzer, dass ich das Brennprogramm K3b benutzen soll. Theoretisch können wir alle beide die selben Programme benutzen, aber das bietet sich nicht immer an.

Xubuntu ist vorallem für schwache Rechner geeignet und ist sehr Resourcenschonend, während KDE schon ziemlich Power im Hintern braucht. Genau deshalb habe ich mich ja für Xubuntu entschieden. Wenn ich nun aber K3b installieren würde, dann würde folgendes passieren:

$ sudo apt-get install k3b
Reading package lists... Done
Building dependency tree
Reading state information... Done
[...]
The following NEW packages will be installed:
cdparanoia cdrdao consolekit docbook-xml docbook-xsl dvd+rw-tools growisofs
icoutils k3b k3b-data kate-data katepart kde-runtime kde-runtime-data
kdelibs-bin kdelibs5-data kdelibs5-plugins kdoctools kubuntu-debug-installer
libattica0.4 libbaloocore4 libbaloofiles4 libbalooxapian4 libdbusmenu-qt2
libdlrestrictions1 libepub0 libexiv2-12 libflac++6 libk3b6
libkactivities-bin libkactivities-models1 libkactivities6
libkatepartinterfaces4 libkcddb4 libkcmutils4 libkcompactdisc4
libkde3support4 libkdeclarative5 libkdecore5 libkdesu5 libkdeui5
libkdewebkit5 libkdnssd4 libkemoticons4 libkfile4 libkhtml5 libkidletime4
libkio5 libkjsapi4 libkjsembed4 libkmediaplayer4 libknewstuff3-4
libknotifyconfig4 libkntlm4 libkparts4 libkpty4 libkrosscore4
libktexteditor4 libkubuntu0 libkxmlrpcclient4 libmusicbrainz5-0 libnepomuk4
libnepomukcleaner4 libnepomukcore4abi1 libnepomukquery4a libnepomukutils4
libntrack-qt4-1 libntrack0 libpam-ck-connector libperl4-corelibs-perl
libplasma3 libpolkit-qt-1-1 libpoppler-qt4-4 libqapt2 libqapt2-runtime
libqca2 libqjson0 libqmobipocket1 libqt4-designer libqt4-qt3support
libqt4-svg libqtwebkit4 libsolid4 libsoprano4 libssh-4 libstreamanalyzer0
libstreams0 libthreadweaver4 libvirtodbc0 libxml2-utils libzip2
nepomuk-core-data nepomuk-core-runtime ntrack-module-libnl-0 odbcinst
odbcinst1debian2 oxygen-icon-theme plasma-scriptengine-javascript qapt-batch
sgml-data shared-desktop-ontologies soprano-daemon ttf-dejavu-core vcdimager
virtuoso-minimal virtuoso-opensource-6.1-bin virtuoso-opensource-6.1-common
wodim

Das ist aber doch schon ordentlich viel dafür, dass wir nur ein Brennprogramm installieren wollen, oder?
Um einmal zu verdeutlichen, was hier passiert, lassen wir jetzt mal nur die Pakete anzeigen, die installiert werden, die das Wort „kde“ beinhalten:

$ sudo apt-get install k3b | grep -i kde
[sudo] password for sebi:
icoutils k3b-data kate-data katepart kde-runtime kde-runtime-data
kdelibs-bin kdelibs5-data kdelibs5-plugins kdoctools kubuntu-debug-installer
libkde3support4 libkdeclarative5 libkdecore5 libkdesu5 libkdeui5
libkdewebkit5 libkdnssd4 libkemoticons4 libkfile4 libkhtml5 libkidletime4
k3b-i18n normalize-audio sox movixmaker-2 kde-config-cddb
icoutils k3b k3b-data kate-data katepart kde-runtime kde-runtime-data
kdelibs-bin kdelibs5-data kdelibs5-plugins kdoctools kubuntu-debug-installer
libkde3support4 libkdeclarative5 libkdecore5 libkdesu5 libkdeui5
libkdewebkit5 libkdnssd4 libkemoticons4 libkfile4 libkhtml5 libkidletime4

Nun sollte klar sein, was hier geschieht. K3b ist ein Programm, das völlig auf KDE zugeschnitten wurde. Um richtig arbeiten zu können, braucht das Programm also sämtliche Bibliotheken und sonstiges von der GUI KDE. Um genau zu sein: Hier wird gerade ein komplettes KDE installiert!
Wenn man das also so ausführen würde, dann hätte man nacher zwar K3b installiert, aber gleichzeitig auch noch die GUI KDE und K3b würde bei jedem Aufruf all diese KDE Libraries und Pakete zur Darstellung laden und somit absolut nicht so performant laufen, wie man das wohl gewohnt ist.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich sehr, niemals Software zu installieren, die für eine bestimmte GUI zugeschnitten ist. Dies ist tatsächlich meist nur bei KDE der Fall und so kann man meist an dem Anfangsbuchstaben ‚K‘ einer Software erkennen, dass diese für KDE gemacht wurde.


Doch woher weiß ich denn nun, welche Software ich installieren soll?

Für Nutzer, die mit der Konsole umgehen können, reicht hier in unserem Falle ein beherztes

$sudo apt-get install -s programmname

um die Pakete zu sehen, die installiert werden. Das -s sorgt in diesem Fall dafür, dass die Installation nur simuliert, also nicht wirklich ausgeführt wird.
Man kann sich also anschauen, was alles installiert werden würde, wenn man dieses Paket tatsächlich installieren will und danach entscheiden, ob man das will.

Generell empfiehlt es sich aber immer, die mitgebrachte Software zu verwenden. Fast jedes Betriebssystem hat die gängigen Programme schon dabei und so finden wir auch im Xubuntu Menü unter „Accesoires“ das Progamm „Xfburn“, welches das Brennprogramm unter Xfce ist. Hier können wir am ‚X‘ am Anfang des Programmnamens sehr schön erkennen, dass hier (so wie beim ‚K‘ und KDE) ein Standardprogramm für Xfce vorliegt.

Falls man das Programm nicht sofort findet, dann sucht man am besten in der Suche im Menü der jeweiligen GUI nach einem entsprechenden Begriff. In diesem Fall also nach so etwas wie „burn“ oder „brennen“ und dann findet man das gesuchte Programm meist recht schnell.

Wer das lieber über die Konsole erledigt, der sucht einfach in den installierten Programmen nach einem dieser Begriffe. Wieder für Xubuntu würde das dann so gehen:

$sudo dpkg -l | grep -i burn

wobei burn natürlich gegen jeden anderen Suchbegriff ausgetauscht werden kann. Als Ergebnis sehen wir dann auch recht schnell das Tool der Wahl:

$ sudo dpkg -l | grep -i burn
ii libburn4 1.3.4-0ubuntu1 i386 library to provide CD/DVD writing functions
ii xfburn 0.5.0-0ubuntu1 i386 CD-burner application for Xfce Desktop Environment

Andere Software verwenden

Sollte man aus irgendeinem Grund nicht zufrieden mit der Standardsoftware sein oder diese ist nicht vorinstalliert, so empfehle ich gerne das Wiki von Ubuntuusers zu solchen Themen. Unter Software findet man zu allen Gebieten und in unseren Beispiel auch zu Brennprogrammen eine große Auswahl und man erkennt an dem kurzen Text schon, ob die Software für die eigene GUI verwendet werden sollte oder nicht.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es kann natürlich jederzeit jede Software installiert werden. Aber wenn man sein System sauber und schnell halten will, dann kann das aus den oben beschriebenen Gründen auch eher hinderlich sein.

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