Mozilla und das DRM

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Die Open Source Welt spielt verrückt: Firefox implementiert DRM Standards.
Damit könnte man die heutigen Gespräche in der Linux und Open Source Gemeinde übertiteln.

Es geht dabei nicht darum, dass man das Ganze nicht deaktivieren könnte, denn das kann man:

Each person will be able to decide whether to activate the DRM implementation or to leave it off and not watch DRM-controlled content.

Nein, das böse Mozilla implementiert unfreie Standards der Urheberrechtslobby, wo die doch immer freie Standards gefördert haben und so offen waren und überhaupt.

Ich möchte hier mal aufzeigen, warum ich diese Empörung für ungerechtfertigt halte:

Erstens, ist dieser Standard ein Bestandteil von HTML 5.1. Dort wurde nämlich die EME eingebunden.

Das bedeutet: Jeder Browser, der aktuell sein möchte, muss eine solche Möglichkeit anbieten.
Und damit kommen wir zum zweiten und wichtigsten Punkt:
Mozilla ist ein Unternehmen in einer Wettbewerbsorientierten Gesellschaft und Wirtschaft.
Die müssen schlichtweg solche Standards implementieren, denn sonst passiert folgendes:

Ein Nutzer kommt daher und möchte diesen super tollen Yippie – Yeah – Super – Duper – Rund um glücklich – Streaming Dienst von [Hier beliebigen kommerziellen Contentanbieter einfügen] ausprobieren.
Der Nutzer hat nämlich gehört, dass man für nur 10€ im Monat dort Serien schauen kann.
Und das geht nur, weil dieser Streamingdienst ein DRM verwendet, damit nicht jeder diese Serie dann auf seinem Rechner hat und seinem Schwager geben kann.

Jetzt geht der Super – Duper – Streaming Dienst aber gar nicht in seinem Browser dem Firefox, denn der hat diesen DRM Standard ja gar nicht implementiert.
Tja.. dann geht der Nutzer halt zu Google Chrome oder einem anderen Browser, der DRM implementiert hat und „bei dem der Streamingdienst geht“.

Das werden ganz viele Nutzer machen und Firefox wird „der veraltete Browser“ sein, der nichts kann.
Das bedeutet, dass Mozilla den Bach runtergeht, weil keine Sau mehr deren Browser haben will.
Keiner sagt, dass Mozilla das gefällt, aber sie müssen diesen Standard einbauen, weil er gebraucht wird.

Jetzt kommen die Open Source Leute und sagen „Es geht aber darum, dass Mozilla das per Default einbaut“. Wie oben bereits zitiert, kann das jeder selbst entscheiden und es ist nun einmal Fakt, dass es dem Linuxuser deutlich eher zuzutrauen ist, ein Add-On zu installieren oder in about:config etwas anzupassen, um das DRM abzuschalten, als dem Otto – Normal – Verbraucher, denn der will einfach nur, dass sein Streamingdienst funktioniert.

Also regt euch doch bitte alle mal wieder ab und seht ein, dass Mozilla auch seine Nutzer halten muss und diese nun mal nicht zum Großteil aus Leuten besteht, die sich für CreativeCommons, freie Standards und Co entscheiden.

Denn genau so könnte man sich fragen, warum Firefox überhaupt noch RC4 implementiert hat, wo das doch so unsicher ist.
Eben genau deshalb: Wenn beim Nutzer plötzlich das Online Banking nicht mehr geht, weil die Bank eine miserable Verschlüsselung, wie RC4 einsetzt und der Firefox kein RC4 ermöglicht, dann ist Firefox halt „kaputt“.
Also muss man solche Dinge eben implementieren, damit beim Nutzer alles geht.

Wenn man also ein Problem damit hat, sollte man lieber dafür sorgen, dass keiner mehr RC4 verwendet oder eben dass dieser DRM Standard aus dem Web verschwindet, denn (damit wir uns nicht falsch verstehen) dieser ist das eigentliche Problem!

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