Abzocke mit Linux

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Disclaimer: Sofern nicht explizit gekennzeichnet, geht keiner der Verlinkungen auf eine dubiose oder mir unbekannte Seite, sondern lediglich auf Seiten, welche die entsprechende Thematik behandeln! Wenn ich Seiten, wie oben beschrieben kenntlich gemacht habe, bedeutet das nicht, dass auf dieser Homepage irgendwelche gefährlichen oder betrügerischen Inhalte enthalten sind. Ich halte die Seiten lediglich für dubios genug, um explizit darauf hinzuweisen, dass diese beim Anklicken des Links geöffnet wird.

Dem durchschnittlichen Internetabzocker, ist ja nichts zu Schade, um damit Geld zu verdienen. Oft werden hierbei Open Source Produkte angeboten, in der Hoffnung, dass Leute, die von Freunden oder anderen Quellen darauf hingewiesen werden, dem falschen Angebot zum Opfer fallen und Geld für eine an sich kostenlose Sache bezahlen.

So findet man zum Beispiel einige OpenOffice – Abzockseiten

Auch Firefox wird genutzt, um Opfer anzulocken.

Hier ist ganz klar: diese Leute möchten mit den kostenlosen Produkten, in die viele Leute viel Arbeit gesteckt haben, Geld verdienen, durch sog. Abzockfallen u.ä.

Doch es gibt nicht nur diese vorsätzliche Art des Betrugs, über den man immer wieder stolpert.
Zum Beispiel gab es den bekannten Fall, bei dem ein User für den Download von Debian via bittorrent abgemahnt wurde. Hier kann man davon ausgehen, dass es sich nicht um eine vorsätzliche Abzocke handelt, was die Sache aber nicht unbedingt besser macht.

Viel schlimmer jedoch finde ich Angebote, bei denen Leuten auf legalem Wege Geld abgeknöpft wird, für etwas, das sie umsonst bekommen könnten.

So bot die Webseite pearl zum Beispiel ein Ubuntu 8.04 auf CD an.
Generell ist so etwas ja durchaus nicht ausergewöhnlich, denn der eine oder andere Nutzer hat nach wie vor ein schlechtes Internet zuhause und will sich den Download eines Ubuntu Images vielleicht ersparen.
Die Kosten einer solchen verkauften CD beziehen sich demnach auf den Aufwand für das Brennen und Labeln.
Ob die Angegebenen 4,90€ dafür angemessen sind, finde ich schon diskussionswürdig. Doch viel mehr würde mich interessieren, wie der Ursprungspreis von 39,95€ zustande kam.

Leider ist der Artikel ja nun nicht mehr erhältlich, zu gerne würde ich den Vermerk der Fußnote 3 nachlesen.

Auch kann ich aus meiner Erinnerung noch sagen, dass diese CD noch weit nach Erscheinen der nächsten LTS Version angeboten wurde. Sehr fraglich finde ich auch die Bezeichnung „OEM“ für dieses Produkt.

Noch interessanter wird es dann bei diesem Angebot.(Achtung: Linkt direkt zur dubiosen Seite).
Bei den Worten

Wechseln Sie zu Linux!
Dieses exklusive
30-Tage-Test-Angebot…

Dachte ich zuerst, hier würde Linux als 30-Tage-Test-Angebot beworben.
Beim genaueren Lesen kann man jedoch erkennen, dass auch dieser Mann kein Geld für Linux verlangt.
Das Linux kostenlos ist, wird sogar explizit erwähnt:

Denn Linux ist:

schnell

sicher

stabil

… und kostenlos!

Bezahlen soll man also für die enthaltenen „dreingaben“:

Sichern Sie sich daher Ihr persönliches Testexemplar Linux-Insider plus DVD, Videoschulung, Ratgeber „Ubuntu-Linux-Einstieg leicht gemacht“, 24 Stunden Linux-Notfall-Service und umfangreichem Linux-Insider-Online-Archiv gleich hier!

1. Ausgabe des Ratgebers Linux-Insider

Sie erhalten im Rahmen Ihres Linux-Insider-30-Tage-Test-Pakets die aktuellste Ausgabe des Ratgebers Linux-Insider zum Kennenlernpreis von nur 4,95Euro (anstatt 19,95Euro) per Post nach Hause.

Jede Ausgabe von Linux-Insider enthält ca. 8 Sofort-Lösungen und ist komplett werbefrei

Ich kann nat. keine Aussage über den „24 Stunden Linux-Notfall-Service“ oder das beschriebene Magazin „Linux-Insider“ machen, doch wenn man von der Webseite Rückschlüsse auf diese ziehen würde, dann wären meine Erwartungen vermutlich eher gering.

Auf jeden Fall bemerkenswert finde ich die Eingebaute Zeitbombe, die bei jedem Aufruf suggeriert, dass dieses Angebot zeitlich beschränkt wäre und man am Besten gleich zuschlagen müsste.
Das hat auf jeden Fall starken Abzock – Charackter.

Auch sind die getätigten Versprechen sehr in Frage zu stellen, bzw. inhaltlich schlicht falsch:

5. Linux findet und löst Windows-Probleme:

Mit Ihrem Linux-Wissen können Sie sogar Windows-Probleme (!) analysieren und beheben.

1. Sie testen Linux, ohne Windows zu verändern:

Sie können sich Linux anschauen (ohne es zu installieren!). Oder Sie installieren es parallel zu Ihrem Windows und nutzen Linux wie ein Windows-Programm.

(Hier möchte ich mal auf die UEFI-Problematik hinweisen

3. Windows müssen Sie täglich starten
– Linux brauchen Sie nie neu starten …

8. Die Windows-Installation dauert 1 Stunde
– Linux läuft nach nur 8 Minuten …

(Das mag vielleicht auf einen aktuellen PC mit SSD und guter Hardware zutreffen. Auf meinem 3 Jahre alten Netbook kann ich von solchen Installationszeiten nur träumen. Abegsehen davon, dass nach der Installation noch lange nicht alles läuft. Codecs, Treiber u.ä. müssen oft nach installiert werden, was weitere Zeit benötigt.)

Über Hardwareprobleme mit Linux wird, soweit ich das sehen konnte, gar kein Wort verloren.

Wirft man zuletzt einen Blick auf den Verlag, der die erwähnte Zeitschrift vertreibt, so gibt dieser auch nicht gerade ein einwandfreies Bild ab.

Mein Fazit ist also: Abzocker wird es immer geben und mir ist es dabei egal, ob sie offensichtlich gegen das Gesetz verstoßen oder mit Schlupflöchern und mehrdeutigen Versprechungen ihr Geld erhalten.
Schlimm daran finde ich, dass der gute Geist einer offenen und kostenlosen Software dafür missbraucht wird und hoffentlich unerfahrene Nutzer mit „Bonus – Material“ geködert werden.

Wer neu in der Linux Welt ist und sich darin schlau machen möchte, dem empfehle ich, sich erst einmal Online bei einem seriösen kostenlosen Anbieter schlau zu machen. Wer dann unbedingt Geld ausgeben möchte, dem empfehle ich entweder ein entsprechendes Buch in einer Buchhandlung zu kaufen. Diese liefern in der Regel ebenfalls eine CD mit.
Oder aber man kauft sich eine Zeitschrift am Kiosk, wie etwa den LinuxUser, welcher auch bei Bedarf in jeder Media Ausgabe mehrere CDs mitliefert.

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